Befund & Maßnahmenwert

Was ein Legionellenbefund bedeutet, wann der technische Maßnahmenwert erreicht ist und welche nächsten Schritte daraus folgen können.

Messwert und technischer Maßnahmenwert

KBE steht für koloniebildende Einheiten. Die Angabe KBE/100 ml beschreibt, wie viele vermehrungsfähige Bakterieneinheiten unter festgelegten Laborbedingungen nachgewiesen wurden, bezogen auf 100 Milliliter Wasser. Sie ist keine Zählung aller vorhandenen Bakterienzellen.

Für Legionellen beträgt der technische Maßnahmenwert 100 KBE/100 ml. Wird dieser Wert erreicht oder überschritten, sind die gesetzlich vorgesehenen Schritte erforderlich.

Die Ergebnisse jeder Probenahmestelle müssen einzeln betrachtet und im Zusammenhang mit der Anlage bewertet werden. Der Maßnahmenwert ist keine Grenze, unterhalb derer jedes individuelle Infektionsrisiko ausgeschlossen wäre.

Was ab 100 KBE/100 ml erforderlich ist

Bereits genau 100 KBE/100 ml erreicht den technischen Maßnahmenwert. Dann sind unverzüglich die Handlungspflichten nach § 51 TrinkwV umzusetzen. Dazu gehören Ursachenklärung mit Ortsbesichtigung und Prüfung der allgemein anerkannten Regeln der Technik, eine schriftliche Risikoabschätzung und die erforderlichen Schutzmaßnahmen.

Der Betreiber muss das Erreichen des Maßnahmenwerts unverzüglich dem Gesundheitsamt anzeigen, sofern ihm kein Nachweis über die bereits erfolgte Anzeige durch die Untersuchungsstelle vorliegt. Ein niedrigerer Wert an einer anderen Probenahmestelle hebt den erreichten Maßnahmenwert nicht auf. Warten Sie bei bekanntem Handlungsbedarf nicht auf die Bearbeitung einer allgemeinen Kontaktanfrage.

Befunde im Anlagenzusammenhang verstehen

Ein Messwert wird zusammen mit dem Untersuchungsverfahren, der Probenahmestelle und den Bedingungen bei der Entnahme bewertet. Erst die Verbindung mit Anlagenaufbau, Betrieb und Nutzung hilft, mögliche Ursachen und geeignete Maßnahmen zu beurteilen.

Eine Nachuntersuchung bewertet die Situation nach durchgeführten Maßnahmen erneut und dient der Kontrolle ihrer Wirksamkeit. Umfang und Zeitpunkt richten sich nach der konkreten Fragestellung und den erforderlichen Maßnahmen.

Weitere Fragen zum Thema

Was bedeutet ein erhöhter Legionellenwert für den Betrieb?

Ein erhöhter Legionellenwert muss fachlich bewertet und im Zusammenhang mit der Trinkwasserinstallation eingeordnet werden. Entscheidend sind neben der Höhe des Befunds auch Probenahmestellen, Anlagenaufbau, Nutzung und betroffene Personen.

Ab 100 KBE/100 ml bestehen die Handlungspflichten nach § 51 TrinkwV. Welche betrieblichen Anpassungen und Schutzmaßnahmen erforderlich sind, hängt vom konkreten Fall ab und muss fachlich sowie gegebenenfalls mit dem Gesundheitsamt geklärt werden.

Wer wird über einen auffälligen Legionellenbefund informiert?

Bei einer Untersuchung nach § 31 TrinkwV zeigt die zugelassene Untersuchungsstelle das Erreichen des technischen Maßnahmenwerts unverzüglich dem Gesundheitsamt an und informiert den Betreiber. Liegt dem Betreiber kein Nachweis über diese Anzeige vor, muss er selbst unverzüglich anzeigen.

Betroffene Verbraucher muss der Betreiber unverzüglich über das Ergebnis der Risikoabschätzung sowie über Nutzungseinschränkungen und an sie gerichtete Empfehlungen informieren, sobald diese Informationen vorliegen. Diese Informationspflicht besteht auch dann, wenn keine Nutzungseinschränkung ausgesprochen wird.

Quellen und weiterführende Informationen

Stand der redaktionellen Quellenprüfung: .

Die Inhalte dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine objektbezogene fachliche Bewertung.